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Nur ein einziger Wunsch für das neue Jahr 2017

Vor genau zwölf Monaten hat Larry Hatheway, Chefökonom bei GAM, seinen Wunschzettel für 2016 formuliert. Dieser umfasste fünf Punkte: eine gerechtere Einkommensverteilung, ein stabiler US-Dollar, höhere Unternehmensinvestitionen, mehr Infrastrukturausgaben und eine gute Prise gesunder Menschenverstand in der Politik. Nun beschäftigt sich Larry Hatheway mit dem Ausblick auf das kommende Jahr.

Mittwoch, 21. Dezember 2016


„Leider wurden nur wenige meiner letztjährigen Wünsche in diesem Jahr wahr. Es besteht weiterhin Einkommensungleichheit und Unternehmen halten sich mit Investitionen immer noch zurück. Die Infrastruktur benötigt vielerorts nach wie vor sehr dringend finanzielle Impulse. Und was den gesunden Menschenverstand in der Politik angeht... nun, was soll ich sagen? Aber wenigstens hat die Stärke des US-Dollar die Weltwirtschaft und die globalen Märkte im Jahr 2016 nicht aus dem Tritt gebracht. Natürlich sind Wünsche keine Vorhersagen. Doch nach reiflicher Überlegung kam mir der Gedanke, dass ich es möglicherweise übertrieben hatte. Ist weniger vielleicht mehr? Daher findet sich auf meinem Wunschzettel in diesem Jahr nur ein einziger Wunsch:

mehr Empathie.

Aufgrund dieser Spaltung fällt es zunehmend schwer, eine konkrete Vorstellung zu entwickeln, wie wir diese Herausforderungen meistern können. Doch die Unterschiede, die uns trennen, gehen häufig auf die Unfähigkeit zurück, über die Grenzen unserer eigenen abgeschotteten Welt hinauszublicken und die Dinge aus der Sicht anderer zu betrachten.

Nachfolgend daher ein paar Vorschläge aus Sicht eines Ökonomen und Anlegers, wie wir mehr Einfühlungsvermögen an den Tag legen können:

Kurzum: Sollen Ursachen für Spaltungen konstruktiv angegangen werden, müssen wir uns alle bemühen, Klischees abzustreifen, um die Diskussion wieder auf Basis von Fakten zu führen und zu vorurteilsfreien Schlüssen zu kommen. Wir müssen uns klarmachen, dass viele der Herausforderungen, vor denen wir stehen, nur gemeinsam bewältigt werden können. Öffentliche Güter wie der Schutz durch Polizei und Feuerwehr oder die nationale Sicherheit, aber auch die Erhaltung des globalen Ökosystems erfordern unbedingt gegenseitige Einigkeit und Zusammenarbeit.

Während ich diese Zeilen schreibe, herrscht an den Finanzmärkten Optimismus. Die Aktienindizes klettern auf neue Höchststände und die Anleiherenditen steigen in Erwartung eines erstarkten Wachstums. Der Optimismus der Anleger ist nicht unberechtigt. Steuersenkungen, höhere Staatsausgaben und eine stärkere Deregulierung, für die sich der künftige US-Präsident Trump ausspricht, dürften das Wachstum in den USA und weltweit stützen. Die Volkswirtschaften in Nordamerika, Grossbritannien, Nordeuropa, Japan und China haben sich als widerstandsfähig erwiesen. Auch die Volkswirtschaften der europäischen Peripherie legen wieder zu. Die Rezession in Russland und Brasilien scheint sich dem Ende zu nähern. Die Rohstoffpreise haben sich stabilisiert, was wiederum vielen Schwellenländern hilft.

Doch mehr Kapitalismus allein wird nicht genügen – dauerhafter Wohlstand setzt auch gesellschaftlichen Zusammenhalt und Chancen für alle voraus. Und er muss mit dem Schutz der Umwelt vereinbar sein. Die Aussicht auf eine kurzfristige Verbesserung kann an den Märkten zwar zu Gewinnen führen – doch als langfristig orientierter Anleger bin ich gespannt, ob im Jahr 2017 ein gemeinsames Verständnis entwickelt werden kann, das uns Grund für dauerhaften Optimismus gibt. Und Empathie ist die Grundvoraussetzung für Verständnis ... und daher mein einziger Wunsch für das nächste Jahr.



Die Angaben in diesem Dokument dienen lediglich zum Zwecke der Information und stellen keine Anlageberatung dar. Die in diesem Dokument enthaltenen Meinungen und Einschatzungen konnen sich andern und geben die Ansicht von GAM unter den derzeitigen Konjunkturbedingungen wieder. Für die Richtigkeit und Vollstandigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Die vergangene Performance ist kein lndikator für die laufende oder künftige Wertentwicklung.