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Auf dem jüngsten Active Thinking Forum von GAM Investments diskutierten drei unserer renommiertesten Investmentexperten über das Preisbildungspotenzial von Luxusmarken, die Aussicht auf ein langsameres globales Wirtschaftswachstum und die sich erholende Anlegerstimmung bezüglich China.

01. Februar 2022

Swetha Ramachandran - Luxusmarken

Es besteht der Irrglaube, dass sich der Luxussektor in Zeiten steigender Inflation nicht entwickeln kann. Das Gegenteil ist der Fall; Es handelt sich um eine Branche, die sich in Zeiten steigender Inflation tendenziell positiv entwickelt, da den zugrunde liegenden Gütern eine starke Preisdurchsetzungsmacht innewohnt und sich die Konsumenten von Luxusprodukten in der Regel preisunelastisch verhalten.

Der Ausgangspunkt für die Preisdurchsetzungsmacht des Sektors liegt in dessen hohen Bruttomargen. Sowohl Burberry als auch Richemont gaben in den vergangenen Wochen Geschäftszahlen bekannt, in denen sie von einer robusten Nachfrage sprachen, was darauf hindeutet, dass steigende Preise für ihre Zielkunden noch nicht abschreckend wirken. Ergänzt wird die Fähigkeit des Luxussektors, den Inflationsdruck an die Verbraucher weiterzugeben, durch die makellosen Bilanzen des Sektors. Diese Unternehmen verfügen in der Regel über einen positiven Nettobarmittelbestand auf und weisen aufgrund der während der Pandemie ergriffenen Massnahmen einen rekordverdächtig niedrigen Verschuldungsgrad auf, was bedeutet, dass sie von den steigenden Zinsen, die normalerweise mit der Inflation einhergehen, weitgehend unbeschadet bleiben.

Das langfristige Wachstum der asiatischen und hier insbesondere der chinesischen Verbraucherausgaben stellen einen wichtigen säkularen Trend dar. Trotz der aufstrebenden Mittelschicht in China ist der Anteil der Menschen, die Luxusgüter konsumieren, unverändert sehr gering. Für neue Mitglieder der Mittelschicht, insbesondere für jüngere Menschen, stellt der erste Kauf eines Luxusgutes dennoch ein sehr bedeutendes Ereignis dar. Der Kundenneugewinnung kommt in der Branche ein hoher Stellenwert zu. Zwei Drittel der Luxuskonsumenten kaufen lediglich einen Artikel pro Jahr, es sind somit nicht nur die sehr Reichen, die Luxus erwerben. Dies wird sich noch verstärken, denn eine kürzlich von HSBC durchgeführte Umfrage deutet darauf hin, dass die Zielgruppen der Luxuskonsumenten recht optimistisch sind und erwarten, dass ihre Einkommen gleich bleiben oder steigen werden, was letztlich der Grund für ihre Luxuskäufe ist.

Der Luxusmarkt in den USA wächst und stellt aktuell 27 bis 28 % der weltweiten Luxusnachfrage dar, gegenüber vormals 20 bis 23 %. Hierfür gibt es eine Reihe von Gründen. Während sich die Sparquoten in den USA normalisieren, ist das Vermögen der Haushalte dennoch so hoch wie nie zuvor, was den Luxuskonsum begünstigt. Darüber hinaus verbreitert sich die Verbraucherbasis - dank der Verlagerung zu Freizeitkleidung und “Streetwear” steigen immer mehr Männer in diese Kategorie ein. Zugleich ist Luxus nicht mehr nur in den Küstenstädten zu finden - in Städten von Austin bis Atlanta entstehen neue Verbrauchermärkte. Insbesondere jüngere Verbraucher fühlen sich von dem Ethos "weniger kaufen, besser kaufen" angezogen, dem sich die Branche verschrieben hat.

Mark Hawtin - Global Equities

In einem Umfeld steigender Zinsen und Inflationssorgen ist es sinnvoll, seine Einschätzung permanent zu überprüfen. In Teilbereichen des Marktes kam es zu Korrekturen oder deutlichen Preisrückgängen, so dass die Phase der grossen Käufe nun vorbei ist. Gegen Ende des Jahres 2021 sollte man sich unserer Meinung nach stärker auf Unternehmen konzentrieren, die sowohl Wachstum als auch Rentabilität aufweisen, da diese Unternehmen in Übergangsphasen voraussichtlich besser abschneiden werden. Wir sind der Überzeugung, dass Sektoren wie Industriewerte, Medizintechnik, Finanzwerte und Transportunternehmen dieses Gleichgewicht zwischen Wachstum und Rentabilität aufrechterhalten.

Die drohenden Zinserhöhungen, die Reduzierung des Geldmengenwachstums, die quantitative Straffung und die Inflation können zu einer Mischung führen, die das Wirtschaftswachstum bremst, was die Korrektur des Marktes noch verstärken könnte. Einige Marktteilnehmer halten einen grösseren Abschwung für möglich; für uns liegt das grosse Risiko in der Verlangsamung des Wachstums. Verlangsamt sich das Wachstum, werden sich auch die Einnahmen und Erträge abschwächen, so dass die Bewertungen, die für die Unternehmen zu bezahlen sind, zunehmend als teuer erscheinen. Im Allgemeinen fallen wachstumsstarke Unternehmen zuerst und erholen sich auch zuerst, den reiferen grossen digitalen Unternehmen (Google, Facebook, Apple) fehlt es jedoch an Erfahrung mit Abschwungphasen. Wachstumsstarke Bereiche des Marktes erfordern in einem volatile Markt eine aktivere Haltung beim Handel und Risikomanagement. Steigt die Volatilität, steigen auch die Handelsvolumina, und folglich können die Umsatzzahlen der Unternehmen besser ausfallen als vom Markt erwartet. Dies erschwert die Marktprognose, durch die Festlegung von Kursniveaus ist es dennoch möglich, einen Teil des Wachstums zu nutzen, sobald sich der Markt dreht.

Die Ertragssaison ist im Allgemeinen recht positiv verlaufen und hat mit Ausnahme von Unternehmen, die auf “Home Office” umstrukturierten, keine grossen Veränderungen bei den Ertrags- und Umsatzergebnissen gebracht. Es deutet auch nicht viel darauf hin, dass die Gewinnsaison schwierig werden wird; dennoch wird jedes Unternehmen, das die Gewinnprognose massiv verfehlt, in diesem Markt pulverisiert werden, so dass wir sorgfältig vorgehen müssen. Wir sind der Überzeugung, dass Kunden nach Gelegenheiten Ausschau halten sollten, bei denen diese grösseren Namen zu erschwinglicheren Preisen angeboten werden. Wir erkennen auch weitere Chancen bei Unternehmen, die mit einem “De-SPAC” beginnen. Einige sehen vielversprechend aus, sobald sie als eigenständiges Unternehmen gehandelt werden und nicht mehr von Investmentbanken abgedeckt sind. Wir sind darüber hinaus davon überzeugt, dass China interessant aussieht, da es eine Reihe von Unternehmen zu günstigen Bewertungen aufweist. Aus makroökonomischer Sicht sind wir der Ansicht, dass wir noch ein Vierteljahr vom Einstiegszeitpunkt entfernt sein könnten, so dass das zweite Quartal den wahrscheinlich besseren Zeitpunkt liefern wird.

Jian Shi Cortesi - China-Aktien

Im vergangenen Jahr korrigierten chinesische Aktien ganz erheblich, und der MSCI China Index verlor im Laufe des Jahres um 22 % an Wert, da die internationalen Anleger vor regulatorischen Änderungen zurückschreckten. Diese Entwicklung wirkte sich negativ auf Asien aus, da China der grösste Markt in Asien (ohne Japan) ist. Die inländischen Anleger waren jedoch weniger besorgt, so dass der Wert der A-Aktien im vergangenen Jahr lediglich um 3 % zurückging.

Betrachtet man die relativen Bewertungen Chinas im Vergleich zum MSCI World Index, so erkennt man, dass die chinesischen Bewertungen den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre erreicht haben. Das bedeutet, dass chinesische Aktien im Vergleich zu globalen Aktien durchaus günstig sind, was nach unserer Ansicht eine gute Ausgangslage für eine Outperformance Chinas darstellt. Günstige Bewertungen allein werden jedoch nicht ausreichen; wir benötigen einen Katalysator und ich bin davon überzeugt, dass der Katalysator eine Lockerung der Politik sein wird.

Die restriktive Politik der vergangenen Jahre hat zu einer Schwäche der Wirtschaft, des Immobilienmarktes und des privaten Konsums geführt. Ein allgemeiner Wohlstand ist ein langfristiges Ziel für China. Der erste Schritt auf dem Weg zum allgemeinen Wohlstand besteht jedoch darin, den Kuchen zu vergrössern, bevor er gerecht verteilt wird, wie Präsident Xi kürzlich in einer Rede betonte.

In den letzten drei Monaten haben wir mit der Senkung der Mindestreserveanforderungen der Banken und der Zinssätze erste Schritte zur Lockerung der Geldpolitik gesehen. Auf der haushaltspolitischen Seite beschleunigt die Regierung Infrastrukturprojekte und erörtert Massnahmen zur Ankurbelung des Konsums. In der Vergangenheit hat China Massnahmen wie die Subventionierung von Haushaltsgeräten für Menschen mit niedrigem bis mittlerem Einkommen sowie die Senkung der Erwerbsteuern auf Autokäufe ergriffen. Diese Massnahmen waren erfolgreich und dieses Mal könnte es ebenfalls eine Senkung der Einkommensteuer geben, insbesondere für die unteren Einkommensgruppen. Diese positiven Anzeichen haben dazu geführt, dass sich die Stimmung der Anleger gegenüber China im Januar erholt hat.

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Swetha Ramachandran

Investmentmanagerin
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Mark Hawtin

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Jian Shi Cortesi

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