Active Thinking

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Auf dem aktuellen Active Thinking Forum von GAM Investments erörtert David Dowsett die jüngst veröffentlichten Inflationszahlen und die voraussichtlichen Auswirkungen auf die Geldpolitik, den starken US-Dollar sowie die bevorstehende Gewinnsaison.

20. Juli 2022

Der jüngst veröffentlichte US-Verbraucherpreisindex (CPI) stand in der vergangenen Woche im Mittelpunkt des Interesses - er stieg im Jahresvergleich um 9,1 % und erreichte den höchsten Stand seit 1981. Folglich wurde vorübergehend darüber spekuliert, ob die Federal Reserve (Fed) auf ihrer nächsten Sitzung die Zinsen um 100 Basispunkte anheben wird. Diese Spekulationen haben sich jedoch zerschlagen und unserer Ansicht nach werden wir Ende dieses Monats höchstwahrscheinlich eine weitere Anhebung um 75 Basispunkte erleben.

Eine bemerkenswerte Auswirkung hatte die Bekanntgabe des Verbraucherpreisindexes auf die Entwicklung der Zinsstrukturkurve für Staatsanleihen, die eine deutliche Richtungsänderung erfuhr. Dies spiegelt die allgemeine Einschätzung der Marktteilnehmer wider, dass die US-Notenbank zur Kontrolle der Inflation nun handeln wird und damit das Risiko einer Rezession erhöht. In engem Zusammenhang mit diesem Anstieg am kurzen Ende der US-Zinskurve konnten wir darüber hinaus eine Stärkung des US-Dollars und eine Annäherung an die Parität zum Euro beobachten. Unseres Erachtens lohnt es sich, die weitere Entwicklung des US-Dollars gegen den EURO zu verfolgen, da frühere Perioden einer sehr starken Dollar-Performance - wie in den Jahren 1998, 2008 und 2020 - mit einem Kreditereignis unbestimmter Art einher gingen. Derzeit ist es noch ungewiss, ob dies erneut der Fall sein wird, wir sind jedoch der Ansicht, dass der Beobachtung dieser Entwicklung hohe Bedeutung zukommt.

Aktuell liegt der Schwerpunkt des Interesses auf den Gewinnveröffentlichungen, wobei Finanz- und grosse Technologieunternehmen derzeit Bericht erstatten, sowie auf der bevorstehenden Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Bezüglich der Gewinne verzeichneten führende Investmentbanken in der vergangenen Woche bereits erste deutliche Rückgang bei den verwalteten Vermögen. Seitens der EZB rechnen wir im Gegensatz zu den gemutmassten 50 Basispunkten lediglich mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Zudem erwarten wir nach den politischen Ereignissen in Italien eine erneute Konzentration auf das Instrument der Fragmentierungsbekämpfung, da sich die Spreads italienischer Staatsanleihen in den vergangenen Tagen ausgeweitet haben.

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David Dowsett

Global Head of Investments
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