China nicht abschreiben - die Wachstumsgeschichte setzt sich unaufhaltsam fort

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Chinas Wachstum ist unaufhaltsam, und die jüngsten regulatorischen Änderungen sind eine willkommene Nachricht für Investoren. Die Sorgen über Reformen und den Immobilienmarkt dürften nur von kurzer Dauer sein.

15. Oktober 2021

In den vergangenen Monaten zeigten sich zahlreiche internationale Anleger von den Entwicklungen in China überrascht und stellten die Investitionsfähigkeit des Marktes in Frage. Als Reaktion auf die regulatorischen Änderungen, welche Auswirkungen auf chinesische Unternehmen ausüben, und auf den jüngsten Zahlungsausfall von zwei von ausländischen Investoren gehaltenen Anleihen des chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande gaben die Aktienbewertungen deutlich nach.

Beide Ereignisse dürften die Marktstimmung belasten und zu einer raschen Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft führen.

Derartige unmittelbare Herausforderungen sollten nicht unterschätzt werden, dennoch bieten Investitionen in China unter anderem den Vorteil prompter Reaktionen des Staates auf neu auftretende Krisen. Es ist daher zu erwarten, dass die Regierung demnächst eine unterstützende Wirtschaftspolitik einschlagen wird und China in eine stärkere Position zur Bewältigung etwaiger Turbulenzen in den kommenden Monaten versetzt.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wo Anleger nach Chancen streben sollten. Der Privatkonsum stellt eine solide Wachstumsquelle dar, insbesondere angesichts des Wachstums der chinesischen Mittelschicht. Der globale Marktanteil der chinesischen und indischen Mittelschicht wird bis zum Jahr 2030 auf mehr als 66 Prozent ansteigen, während in China voraussichtlich über 70 Prozent der Bevölkerung zur Mittelschicht gehören werden. 1

In den vergangenen 30 Jahren konnten sich europäische Luxusgüterunternehmen wie beispielsweise LVMH, Ferrari, Moncler und Pernod Ricard so positionieren, um von diesem Wachstum zu profitieren. Diese Unternehmen werden auch zukünftig von diesem Wachstum profitieren, zumal die wachsende Nachfrage nach Luxusgütern vor allem von der Mittelschicht getragen wird.

Herkunft der Einnahmen europäischer Unternehmen

 
Quelle: Redburn, Stand: Juni 2021

Regulierungen bringen auch Vorteile

Die jüngsten regulatorischen Veränderungen der chinesischen Regierung stossen zwar auf Kritik, bringen der chinesischen Wirtschaft allerdings auch langfristig Vorteile. Die Reformen zielen auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer, eine Optimierung der Verbraucherleistungen und eine Abschwächung von Monopolen ab. Multinationale Technologieunternehmen wie beispielsweise Alibaba und Tencent bieten aufgrund der durch die neuen Vorschriften bedingten Auswirkungen auf ihre Bewertungen mittlerweile gute Einstiegsmöglichkeiten.

Multinationale Technologieunternehmen wie beispielsweise Alibaba und Tencent bieten aufgrund der durch die neuen Vorschriften bedingten Auswirkungen auf ihre Bewertungen mittlerweile gute Einstiegsmöglichkeiten.

Die interessantesten Chancen liegen jedoch bei den mittelgrossen "Aufsteigern", welche von den neuen Anti-Monopol-Bestimmungen profitieren werden, die aufstrebenden Unternehmen gleiche Wettbewerbsbedingungen ermöglichen. Ein wichtiges Ziel des neuen chinesischen Fünfjahresplans ist die Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen, wobei die jüngsten Reformen einen Beitrag zur Verwirklichung dieses Ziels darstellen.

Privatunternehmen schaffen in China 90 Prozent der neuen Arbeitsplätze und spielen somit eine Schlüsselrolle im technologischen Wettbewerb des Landes mit den USA - ein Konkurrenzkampf den China unbedingt gewinnen will. Die chinesische Regierung dürfte folglich auch in Zukunft die Entwicklung des Privatsektors unterstützen.

Saubereres China

Auch der Bereich der sauberen Energie profitiert von der staatlichen Unterstützung. China steht international unter erheblichem Druck, eine führende Rolle bei der Bewältigung der Klimakrise einzunehmen, und zeigte durch die Entwicklung sauberer Energietechnologien grosse Bereitschaft zur Erfüllung dieses Ziels.

China zählt zwar mit 30 Prozent der weltweiten Emissionen und 50 Prozent des Kohleverbrauchs zu den grössten Verursachern von Kohlenstoffemissionen, gleichzeitig entwickelte sich das Land mittlerweile zu den führenden Herstellern sauberer Energielösungen. China hat einen Anteil von 70 Prozent an der weltweiten Produktion von Solarmodulen, stellt nahezu die Hälfte der weltweiten Windturbinen her und 40 Prozent der Neufahrzeuge werden mit erneuerbaren Energien betrieben.

Unternehmen an der Spitze der sauberen Energiewende sind besonders hervorzuheben, zumal China das Ziel der Kohlenstoffneutralität bis zum Jahr 2060 verfolgt. Saubere Energie wird in den kommenden Jahrzehnten von einer peripheren Energiequelle zur vorherrschenden Energiequelle in China aufsteigen, während Unternehmen, die fossile Brennstoffe einsetzen, zur entsprechenden Neuorientierung gezwungen sein werden.

Auch im Bereich des Wohnungsbaus konzentriert sich die Regierungspolitik zunehmend auf den Umweltschutz. Während Europa häufig als treibende Kraft der Kohlenstoffreduzierungs-Strategie wahrgenommen wird, sollten die ehrgeizigen Pläne Chinas nicht unterschätzt werden. Der jüngste Fünfjahresplan sieht eine Umweltzertifizierung von 50 Prozent der Neubauten vor. China beweist damit seinen Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise, und die Anleger sollten sich auf den neuen Kurs einstellen.

Angesichts der sich in China vollziehenden Veränderungen herrscht bei den Anlegern möglicherweise eine gewisse Skepsis. Zahlreiche positive makro- und mikroökonomische Entwicklungen sprechen jedoch für langfristige Investitionen in China. Dies betrifft beispielsweise die wachsende Verbrauchersensibilisierung, den zunehmenden Wettbewerb im Privatsektor als auch Entwicklungen sauberer, grüner Technologien. Das Verständnis dieser sich wandelnden Dynamik und die Fähigkeit, mit einem stilunabhängigen Ansatz darauf zu reagieren, sind für Anleger von entscheidender Bedeutung, um die zahlreichen Anlagechancen zu nutzen, die sich auf den chinesischen Märkten bieten.

Wachsender Verbrauch", Wissen für die Politik, Europäische Kommission

 

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Jian Shi Cortesi

Investment Director

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