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Ausblick 2019: anlegen im umfeld nach dem erreichen neuer höchststände

13. Dezember 2018

Wir baten einige unserer Fondsmanager, uns ein Bild vom Umfeld nach dem Erreichen neuer Höchststände zu vermitteln und zu erklären, was dies für ihre jeweiligen Anlageklassen im Jahr 2019 bedeutet.

Larry Hatheway, Group Head of GAM Investment Solutions und Chief Economist

Was bedeutet es, neue Höchststände erreicht zu haben? Das Umfeld nach dem Erreichen neuer Höchststände ist von einer schwächeren Wirtschaftsaktivität, einem schleppenderen Gewinnwachstum, einer etwas höheren Inflation und der Normalisierung der Geldpolitik geprägt. Dazu kommt es, weil eine Wirtschaft, in der Vollbeschäftigung herrscht, zum einen nicht viel schneller wachsen kann, als sie das ohnehin schon tut, und zum anderen kommt auf die Unternehmen Kostendruck zu, der die Gewinnmargen aufzehren kann. Und nicht zuletzt bildet die Kombination aus einem schwächeren Wachstum und schrumpfenden Gewinnmargen den Hintergrund für das von uns erwartete schwächere Umfeld für die Unternehmensgewinne. Volkswirtschaften, in denen Vollbeschäftigung herrscht, generieren in der Regel eine etwas höhere Inflation, die zu einer - Normalisierung der Geldpolitik führen kann.

Diese Kombination dürfte zu etwas unruhigeren Märkten beitragen. In diesem Umfeld dürften sich die Anleger auch etwas grössere Sorgen über Dinge wie Handelskonflikte oder geopolitische Unsicherheiten machen, die sie zuvor ignoriert haben.

Für den Portfolioaufbau bedeutet dies sowohl niedrigere Erträge als auch höhere Volatilität, wohingegen die Sharpe Ratios niedriger ausfallen werden. Die sog. «mühelosen Gewinne» aus der passiven Nachbildung eines Marktindex dürften im Umfeld nach dem Erreichen neuer Höchststände nicht mehr ganz so einfach zu erzielen sein.

Mark Hawtin, Investment Director – Technologie

Anlagen im Technologiesektor sind nach unserer Einschätzung im Umfeld nach dem Erreichen neuer Höchststände besonders interessant. Technologieaktien fallen in der Regel schneller und überwinden den Tiefststand in der Kursentwicklung früher als andere Marktsektoren. Dies konnten wir während der grossen Finanzkrise beobachten, als der Technologiesektor den Tiefststand ganze fünf Monate früher erreichte als der breitere Markt, der im März 2009 die Talsohle durchschritt. Aus diesem Grund ist das Umfeld nach dem Erreichen neuer Höchststände für uns sogar attraktiv, da wir Chancen erkennen, hervorragende Wachstumswerte zu sehr günstigen Kursen einzusammeln, sobald die Bodenbildung eingesetzt hat.

Reiko Mito – Portfoliomanagerin für japanische Aktien

Die Aktienauswahl spielt nach unserer Einschätzung im Umfeld nach dem Erreichen neuer Höchststände eine wesentlich wichtigere Rolle als üblich. Wenn der Markt auf der ganzen Linie boomt, ist es sinnvoll, in einen Index zu investieren, der einfach den Durchschnitt des Marktes abbildet. Im Umfeld nach dem Erreichen neuer Höchststände erscheint die sorgfältige Einzelwertauswahl jedoch wesentlich sinnvoller. Unternehmen mit guter Verhandlungsmacht gegenüber Zulieferern, Preisdurchsetzungskraft bei den Kunden und robusten Finanzen können zum Beispiel flexibler agieren. Diese Faktoren sind sehr wichtig, um die Gewinner dieser Entwicklung zu erkennen, denn nicht alle Unternehmen werden Geschäftszuwächse erzielen. Deshalb ist die Einzeltitelauswahl für uns sehr wichtig.

Lars Jaeger, Head of Alternative Risk Premia

Derzeit ist viel vom Umfeld nach dem Erreichen neuer Höchststände die Rede. Der Vorteil von systematischen Anlagen ist jedoch, dass wir keine Meinung dazu haben müssen. Ich muss nicht wissen, ob wir uns in einem Umfeld nach dem Erreichen neuer Höchststände befinden oder ob eine Baisse bei Aktien oder Anleihen bevorsteht. Für uns spielt das im Grunde keine Rolle. Dies ist nur ein weiterer Vorteil systematischer Anlagen. Wir extrahieren Erträge aus den Kapitalmärkten, die nicht von direktionalen Bewegungen in traditionellen Anlageklassen abhängig sind. Deshalb gehen wir an das Jahr 2019 mit der gleichen Einstellung heran wie an das Jahr 2018. Das heisst, wir fragen: «Wo existieren Risikoprämien?» Sie sind nach wie vor vorhanden, und wir werden voraussichtlich von ihnen profitieren.

Paul McNamara, Investment Director – Schwellenländeranleihen

Nach meiner Einschätzung ist das ganze Konzept des Erreichens neuer Höchststände eher ein Thema der Industrieländer als der Schwellenländer-Märkte. Denn obwohl die Zinsen in den USA gestiegen sind und in Europa vermutlich im nächsten Jahr steigen werden, waren die Zinssätze in den Schwellenländern erheblich volatiler. Deshalb kommt es hier nicht zu der gleichen Anpassung an eine Phase höherer Zinsen, veränderter Aktienbewertungen usw. Nach unserer Einschätzung werden wir eine Wiederaufnahme der Kapitalflüsse in die Märkte der Schwellenländer sehen. Deshalb ist das Erreichen neuer Höchststände für die grossen Märkte vermutlich eine wichtige Sache. In den Schwellenländern kommt jedoch eine etwas andere Entwicklung auf uns zu.

Jian Shi Cortesi, Portfoliomanagerin – asiatische Aktien

Die Aktienmärkte in Asien und China haben seit dem Erreichen ihrer Höchststände bereits um etwa 25% bis 35% korrigiert. Wenn wir einzelne Aktien betrachten, haben viele davon über 50% Kursverluste erlitten, während die Bewertungen asiatischer Aktien gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis einen Abschlag von 40% gegenüber US-Aktien aufweisen. Das deutet darauf hin, dass bereits viele negative Faktoren eingepreist sind, und ich bin überzeugt, dass jetzt ein guter Zeitpunkt sein könnte, um damit zu beginnen, Bestände an asiatischen Aktien zu attraktiven Preisen aufzubauen.

Gary Singleterry, Investment Director – MBS

Der Wohnimmobilienmarkt ist im Augenblick ziemlich robust, und wir beurteilen den US-Hypothekenmarkt immer noch sehr positiv. Aufgrund der Möglichkeit eines Konjunkturabschwungs halten wir unser Engagement in Credit-Titeln auf einem sehr moderaten Niveau. Wir sind über das Ausmass des Wirtschaftsabschwungs unsicher, falls es tatsächlich zu einem Rezessionsszenario kommen sollte. Wir sind aber darauf vorbereitet. Nach meiner Einschätzung werden sich der Wohnimmobilienmarkt und der Credit-Markt in der Hypothekenbranche recht gut halten, da wir seit der letzten Krise eine Menge dazugelernt haben. Obwohl die Hypothekenbranche eine der Hauptursachen für die Finanzkrise in den Jahren 2008/9 war, wird sie sicherlich nicht der Grund für die nächste Krise sein.

Adrian Owens, Investment Director – globale Zinsen und Währungen

Ob wir uns in einem Umfeld nach dem Erreichen neuer Höchststände befinden oder nicht, ist eine sehr wichtige Frage. Noch wichtiger ist aber möglicherweise die Frage, was die Zentralbanken derzeit weltweit im Hinblick auf die Geldpolitik unternehmen. Das Jahr 2018 war für die meisten Anlageklassen eindeutig ein sehr schwieriges Jahr. Dies liess sich zu einem grossen Teil darauf zurückzuführen, dass die US-Notenbank die Zinssätze angehoben und ihre Bilanz reduziert hat. Mit Blick auf die weitere Entwicklung werden die Aussichten für die Märkte stark davon beeinflusst, wie die grossen Zentralbanken weiter vorgehen werden. Obwohl das Wachstum nach unserer Einschätzung seinen Zenit überschritten haben könnte, sind die Arbeitslosenquoten und die Überkapazitäten jedoch immer noch niedrig. Deshalb befinden wir uns nach unserer Einschätzung in einem Umfeld, in dem die Zentralbanken allgemein eher danach trachten, die Geldpolitik zu straffen anstatt sie zu lockern. In diesem Umfeld dürfte vielen traditionellen Anlageklassen ein weiteres schwieriges Jahr bevorstehen.


Wichtige rechtliche Hinweise
Die Angaben in diesem Dokument dienen lediglich zum Zwecke der Information und stellen keine Anlageberatung dar. Die in diesem Dokument enthaltenen Meinungen und Einschätzungen können sich ändern und geben die Ansicht von GAM unter den derzeitigen Konjunkturbedingungen wieder. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Die vergangene Performance ist kein Indikator für die laufende oder künftige Wertentwicklung.
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