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Q&A: MBS – Ausblick 2019

30. Mai 2019

Das Umfeld für hypothekenbesicherte Wertpapiere (Mortgage-Backed Securities, MBS) hat sich seit der Subprime-Krise drastisch verändert. Für Anleger ergeben sich daraus interessante Möglichkeiten. Im folgenden Gespräch erläutern Tom Mansley und Gary Singleterry, die bei GAM Investments auf MBS spezialisiert sind, die Aussichten für den Markt im Jahr 2019.

Seit dem Ende der Subprime-Krise sind zehn Jahre vergangen, und viele der damaligen Probleme rund um US-MBS sind mittlerweile gelöst. Wir sind davon überzeugt, dass der MBS-Markt Anlegern, die auf der Suche nach einer gut diversifizierten Fixed-Income-Strategie sind, verlockende Möglichkeiten bietet.

Der MBS-Markt stand während der globalen Finanzkrise von 2007 bis 2009 im Rampenlicht. Die Erinnerung daran ist für einige Anleger Grund genug, die Anlageklasse mit Skepsis zu betrachten. Wir sind jedoch der festen Ansicht, dass sich der MBS-Markt seitdem nicht nur weiterentwickelt hat, sondern den Anlegern auch eine sehr gute Möglichkeit bietet, eines ihrer aktuellen Hauptprobleme anzugehen – ein Umfeld, in dem traditionelle Anleihen sehr niedrige oder sogar negative Renditen abwerfen.

Die Anlageklasse ist extrem diversifiziert und bietet ein breites Spektrum von Instrumenten, die sich für Anleger mit unterschiedlicher Risikobereitschaft und bei unterschiedlichsten Marktbedingungen eignen. Bestimmte Arten von MBS besitzen sogar das Potenzial, ein Portfolio von festverzinslichen Anlagen gegen steigende Zinssätze abzusichern – was mit traditionellen Anleihen nur eingeschränkt gelingt. Der MBS-Markt in den USA ist riesig: Mit einem Volumen von USD 8 Bio. macht er 23% des US-Anleihenmarktes und 15% des globalen Anleihenmarktes aus und liegt damit an zweiter Stelle hinter US-Treasuries. Verändert hat sich jedoch, dass der Markt heute sehr viel robuster ist als vor zehn Jahren und das systematische Risiko erheblich geringer ist als damals.

Wie wird sich der MBS-Markt Ihrer Meinung nach im Jahr 2019 entwickeln?

Wir beurteilen die Aussichten für MBS im Jahr 2019 weiterhin positiv. Altbestände an Emissionen (aus der Zeit vor der Krise) erweisen sich als profitabel oder können zu gut prognostizierbaren Preisen liquidiert werden. Zudem haben sie sich in den vergangenen Jahren als vergleichsweise hoch rentierliche und stabile Anlagen herausgestellt. Aufgrund der strengen Emissions-Anforderungen weisen Hypotheken, die in der Zeit nach der Krise gewährt wurden, sehr hohe Qualitätsstandards aus. Für das Jahr 2019 erwarten wir ein erhöhtes Volumen an Emissionen, unverändert hohe Qualität und sehr gute Erfüllung der Kreditverpflichtungen.

Infolge der niedrigen Arbeitslosigkeit, der geringeren Konsumentenverschuldung in Relation zum Einkommen und der steigenden Hauspreise sind die Ausfallraten so niedrig wie zuletzt in den 1990er Jahren (Abbildung 1).

Abbildung 1: Zahlungsausfälle in % der Gesamtkredite, saisonbereinigt

Quelle: Bloomberg. 31. März 1979 bis 31. Dezember 2018.

Wie ist Ihre Einschätzung zu den US-Hauspreisen und welche Preistrends werden wir Ihrer Ansicht nach in diesem Jahr sehen?

Die Hauspreise in den USA haben sich von ihren Tiefständen aus dem Jahr 2011 erholt. Der extrem hohe Bestand und die geringe Nachfrage in den Jahren 2007 bis 2010 wurden korrigiert. Aktuell herrscht am Wohnimmobilienmarkt eine gesunde Angebots- und Nachfragesituation. Der Bestand an zum Verkauf stehenden Häusern ist derzeit gering, die Neubautätigkeit liegt noch immer unter dem historischen Durchschnitt und die Nachfrage bleibt intakt. Sie wird von der steigenden Zahl neuer Haushalte und der seit dem Jahr 2015 erkennbaren Tendenz gestützt, dass diese neuen Haushalte Wohnraum bevorzugt kaufen.

Die Hauspreise sind seit dem Jahr 2015 um durchschnittlich rund 6% pro Jahr gestiegen und haben sich wieder ihrem langfristigen Trend angenähert. Der Preisanstieg verlangsamt sich erwartungsgemäss stetig, da Angebot und Nachfrage am Wohnimmobilienmarkt wieder ins Gleichgewicht finden, gleichzeitig stabilisiert sich die Bezahlbarkeit von Wohnraum. Wir erwarten, dass sich der Preisanstieg in den USA weiter verlangsamen wird und auf absehbare Zeit bei durchschnittlich rund 3% zu liegen kommt. Darüber hinaus verbessert sich die Kreditwürdigkeit am US-Wohnimmobilienmarkt zusehends. Die Zahl der notleidenden Papiere sinkt weiter, die Hauspreise sind gut unterstützt und die MBS-Nachfrage verharrt auf hohem Niveau.

Das globale Wachstum verlangsamt sich in vielen bedeutenden Volkswirtschaften. Die Konjunkturerwartungen haben sich im 1. Quartal 2019, insbesondere seit der März-Sitzung des US-Offenmarktausschusses (FOMC), in Erwartung eines Abschwungs oder gar einer Rezession in den USA markant verändert. Wir rechnen zwar mit einer Verlangsamung der US-Konjunktur, gehen aber davon aus, dass der Wohnimmobilienmarkt in einer guten Verfassung ist, um eine derartige Verlangsamung schadlos zu überstehen. Laut einer neueren Studie von CoreLogic (The MarketPulse March 2019) sind die Hauspreise während drei der letzten fünf US-Rezessionen sogar gestiegen.

Vor welchen wesentlichen Herausforderungen wird der MBS-Markt in diesem Jahr stehen?

Wir erwarten 2019 keine grösseren Herausforderungen für den MBS-Markt. Es gibt zwar einige kleinere Punkte, die etwas Sorge bereiten, darunter ein potenzieller Konjunkturabschwung Ende 2019. Dies würde einen leichten Druck auf die Beschäftigung und die Hauspreise ausüben. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass sich dies auf die erwarteten Erträge aus unseren Anlagen auswirken wird.

In welchen Segmenten des MBS-Marktes bieten sich Ihrer Ansicht nach 2019 die grössten Chancen?

Am Markt für Wohnimmobilienhypotheken geben wir nach wie vor Non-Agency-Anleihen gegenüber staatlich garantierten Agency-Papieren den Vorzug. Im kommerziellen Sektor bevorzugen wir Wohnanlagen und Gewerbekredite für kleine Unternehmen.

Zusammenfassend sind wir der Ansicht, dass folgende drei Punkte besonders hervorzuheben sind: gute Renditen, niedrige Volatilität und geringe Korrelation mit anderen Anlageklassen.


Wichtige rechtliche Hinweise
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