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The Show Must Go On: Japanische Aktien und die “Recovery Games”

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Ernst Glanzmann und Reiko Mito von GAM Investments erörtern, weshalb sie der Meinung sind, dass Japan für eine solide wirtschaftliche Erholung im Jahr 2021 bestens positioniert ist. Die zunehmende Wirtschaftsdynamik wird durch die erneut angesetzten Olympischen und Paralympischen Spiele unterstützt, welche trotz der weltweit herausfordernden COVID-19 Situation stattfinden werden.

25. März 2021

Die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio werden am 23. Juli 2021 eröffnet. Für vergangenes Jahr geplant, jedoch aufgrund der Covid-19-Pandemie verschoben, folgen daraufhin die Paralympics vom 25. August bis zum 5. September 2021, wobei sich das Organisations-Komitee gegen die Teilnahme von ausländischen Fans und Freiwilligen entschied.

Es ist nicht das erste Mal, dass es in Japan zu einer Absage der Olympischen Spiele kam. Die für das Jahr 1940 geplanten Olympischen Sommerspiele in Tokio fanden nicht statt. Die von japanischen Organisationen seit den frühen 1930er Jahren geförderten Spiele gerieten bald in Vergessenheit und wurden vom Krieg mit China und dem Zweiten Weltkrieg überschattet. Die Olympischen und Paralympischen Spiele von 1964 symbolisierten Japans dramatische Erholung vom Krieg, förderten das anschliessende Wirtschaftswachstum und befähigten die japanische Nation, zu einem ebenbürtigen Mitglied der globalen Gesellschaft zu werden.

Von den Vorkehrungen im Zusammenhang mit den Olympischen und Paralympischen Spielen 2020 hatte sich die japanische Regierung einen langfristigen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Nutzen versprochen. Die Behörden hatten die Spiele vor dem Ausbruch der Pandemie als "Recovery Games" bezeichnet, denn Japan wollte nach dem Erdbeben, dem Tsunami und der Nuklearkatastrophe des Jahres 2011 seine Widerstandsfähigkeit und seinen Wiederaufbau präsentieren. Mittlerweile hat der Begriff eine Doppelbedeutung angenommen. Angesichts der anhaltenden globalen Covid-19-Krise schätzen die Ökonomen des Daiwa Institute of Research, dass die inländischen Konsumausgaben aufgrund des Ausbleibens der ausländischen Besucher von den Wettkämpfen um 60-70 Milliarden Yen geringer ausfallen werden, im Unterschied zu unter «normalen Umständen» stattfindenden Spielen.

Wird die Besucherzahl der einheimischen Bevölkerung auf 50% der möglichen Kapazitäten begrenzt, könnte der Einbruch bis zu 130 Milliarden Yen1 betragen. Allerdings dürfte die wirtschaftliche Auswirkung des Ausschlusses ausländischer Zuschauer von den Olympischen Spielen einen vertretbaren Kompromiss darstellen, vorausgesetzt, die Veranstaltung findet statt. Von weitaus wichtigerer Bedeutung ist jedoch, dass die Spiele im Sinne grösstmöglicher Sicherheit abgehalten werden, sowohl unter wirtschaftlichen als auch unter gesundheitlichen Gesichtspunkten.

Parallel zur Olympiade finden verschiedene Veranstaltungen statt, bei denen neue, fortschrittliche Technologien vorgestellt werden, wenn auch in bedeutend kleinerem Rahmen, wie beispielsweise solche, die sich mit dem autonomen Fahren beschäftigen. Viele Initiativen rund um die Spiele werden darüber hinaus den positiven Wandel symbolisieren, den Japan bei der Schaffung einer grünen Wirtschaft anstrebt. Dazu zählen die Herstellung von Medaillen aus Rohstoffen, die in "städtischen Minen" gefördert wurden, wie beispielsweise aus dem Recycling von Mobiltelefonen; die Herstellung von Podien aus recyceltem Kunststoff; und die Verwendung des von lokalen Regierungen in ganz Japan zur Verfügung gestellten Bauholzes im olympischen/paralympischen Dorf, einschliesslich entsprechender Wiederverwendung des Materials. Fackeln wurden aus Aluminium hergestellt, das zuvor in provisorischen Unterkünften für die Überlebenden des Erdbebens und Tsunamis von 2011 verwendet wurde, während über 500 Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge als Transportmittel für Teilnehmer und sonstige Beteiligte eingesetzt werden. Derartige Projekte zielen darauf ab, einem globalen Publikum die Verbindungen zwischen den Spielen und der Nachhaltigkeit zu veranschaulichen, was zu einer positiven Verhaltensänderung führen könnte.2

Gründe für einen Konjunkturaufschwung

Unabhängig von den Spielen gibt es mehrere Gründe, weshalb Japan im Jahr 2021 gute Voraussetzungen für einen soliden und möglicherweise stärkeren Aufschwung als andere Industrienationen aufweist. Japans Covid-19-Fälle verlaufen relativ mild im Vergleich zu den Erkrankungen in anderen entwickelten Märkten. Im verarbeitenden Gewerbe haben die Maschinenbestellungen (eine Art Herzschlag-Sensor für Japan) in den letzten Monaten deutlich beschleunigt, ähnlich wie die weltweiten Bestellungen für numerischen Steuerungen für Werkzeugmaschinen und Industrieroboter.

Der Ausbruch der Covid-19-Pandämie verursachte eine Vielzahl struktureller Veränderungen unseres täglichen Lebens, beispielsweise den Wechsel zu Online-Shopping, Streaming-Entertainment und die Heimarbeit. Der Übergang zu Online- und Cloud-Computing wird sich nach unserer Meinung in zahlreichen weiteren Bereichen fortsetzen. Mittlerweile profitieren viele Unternehmen von einer Beschleunigung der stattfindenden Veränderungen, darunter Anbieter medizinischer Online-Dienste, Softwareanbieter und Zulieferer von Komponenten für Rechenzentren und die Fabrikautomation. Wir sind unverändert davon überzeugt, dass die Bewertung der Unternehmensführung bei der Aktienauswahl von entscheidender Bedeutung ist. Nach unserer Ansicht werden nur hoch qualitative Managementteams auch in Zukunft mit ausreichender Agilität auf die bevorstehende Beschleunigung der Digitalisierung reagieren können.

Zusätzlich zu diesen strukturellen Veränderungen beobachten wir die zunehmende Bedeutung der engen Verknüpfung des digitalen mit dem konventionellen Geschäftsmodell ("online-merge-offline"). Unternehmen, welche in der Lage waren, ein entsprechendes Modell frühzeitig umzusetzen, scheinen diesen wirtschaftlichen Abschwung besser zu überstehen und gestärkt daraus hervorzugehen.

Dies gilt nicht nur für den Konsumgüterbereich, wie z. B. Einzelhändler von Bekleidung und Haushaltswaren, sondern auch für den «Business-to-Business»-Bereich, wie beispielsweise den Verkauf von Unternehmens-Hardware und -Software oder die Bereitstellung von Fernwartungsdienstleistungen. Nach der von der japanischen Regierung angekündigten Verpflichtung, in Umweltprojekte zu investieren, zeichnen sich neue Geschäftsmöglichkeiten ab. Die Titelauswahl bleibt dennoch von entscheidender Bedeutung, zumal sich die Rentabilität projektbedingt differenziert.

Die jüngst veröffentlichten Ergebnisse japanischer Unternehmen des vierten Quartals 2020 waren bemerkenswert, da sie im Durchschnitt eine Verbesserung gegenüber dem Vorquartal verzeichneten. Ab 2021 sollte sich ein kontinuierliches Gewinnwachstum im Jahresvergleich herausbilden, nachdem sich die Fundamentaldaten erholt und die Frühindikatoren den Tiefpunkt um den Monat Mai 2020 erreicht haben. Der Aktienmarkt sollte auf die sich verbessernde Entwicklung positiv reagieren. Wir erwarten für das laufende Jahr eine deutliche Gewinnerholung und rechnen mit neuen historischen Höchstständen bei den Gewinnen im Geschäftsjahr 2022 / 2023 gegenüber dem bisherigen Höchststand im Jahr 2018.

Zusammenfassend sind wir der Ansicht, dass der japanische Aktienmarkt im Jahr 2021 eine positive Performance aufweisen wird. Der Aufschwung der Märkte steht unseres Erachtens erst am Anfang. Trotz der Unterbrechungen hoffen wir, dass die «Recovery» der Olympischen Spiele und der Paralympics in Tokio ein Vermächtnis für zukünftige Spiele hinterlassen wird. Wir freuen uns darauf, über 10.000 inspirierende Athleten aus aller Welt bei ihren Wettkämpfen zu verfolgen. Es werden die ersten geschlechterparitätischen Spiele in der Geschichte sein - ein Meilenstein für die Gleichstellung der Geschlechter auf und neben dem Spielfeld, womit der Weg für eine gleichberechtigte und integrative Gesellschaft geebnet wird.3

Daiwa Institute of Research Group. März 2021.
Tokyo 2020 Sustainability Pre-Games Report. April 2020.
www.olympic.org.
Wichtige rechtliche Informationen
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Ernst Glanzmann

Investment Manager

Reiko Mito

Investment Director

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