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The Disruptive Strategist - Die SPAC-Revolution: Stock Picking wie in den achtziger Jahren

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Mark Hawtin von GAM Investments und das Disruptive Growth Team untersuchen den Kaufrausch um Special Purpose Acquisition Companies (SPACs) und diskutieren, weshalb sie der Meinung sind, dass de-SPAC-Transaktionen in den kommenden Jahren interessante Anlagemöglichkeiten bieten könnten.

28. April 2021

Klicken Sie hier, um The Disruptive Strategist Q1 2021 herunterzuladen (EN).

Im ersten Quartal 2021 erreichte der SPAC-Markt in den USA einen stürmischen Höhepunkt, wobei die Anzahl der Emissionen im ersten Quartal so hoch wie im gesamten Jahr 2020 war (siehe Grafik 1 unten). SPACs existieren seit Anfang der 2000er Jahre, als die Millstream Acquisition Corporation, die erste SPAC, im Jahr 2003 an der Börse gelistet wurde. Angesichts des Höhenflugs der Märkte überrascht bei der Entwicklung von SPACs die Bezeichnung "Manie" nicht. Die Geschichte ist voller Manien oder Börsenblasen, die letztendlich im Desaster endeten; beispielsweise wurden Anfang des 18. Jahrhunderts unterschiedliche Arten von realen und imaginären Investitionen während der «South Sea Bubble» angepriesen. In einem Fall sollte eine Gesellschaft irische Sümpfe kaufen, eine andere eine Kanone herstellen, welche quadratische Kanonenkugeln abfeuern konnte, und es wurde eine Gesellschaft gegründet, "um ein Unternehmen von grossem Vorteil durchzuführen, von dem aber niemand weiss, was es ist!" Bemerkenswerterweise wurden seinerzeit GBP 2’000 (das entspricht einem aktuellen Gegenwert von ca. GBP 400’000) in dieses Unternehmen investiert.

SPACs beschaffen Kapital ohne einen konkreten Geschäftsplan, lediglich mit der Absichtserklärung, ein noch nicht genanntes Unternehmen in einem bestimmten Sektor zu erwerben. In der Tat ist es in den USA illegal, vor dem Börsengang eines SPACs an ein mögliches Zielunternehmen heranzutreten. Hier endet jedoch die mangelnde Transparenz - in der Tat ist das Risiko für die Investoren des ursprünglichen SPAC-IPOs in vielen Fällen begrenzt und hat daher zahlreiche Anleger angezogen, die in anleiheähnliche Instrumente investieren und an höheren Renditen interessiert sind. Nach der Auflegung eines SPACs verbleiben dem Unternehmen 24 Monate zur Entwicklung von Akquisitionszielen für eine Fusion oder ein de-SPAC. Gelingt dies in der Zeitspanne nicht, wird die SPAC aufgelöst und das Kapital an die Investoren zurückgegeben.

Grafik 1: Kontinuierlicher Anstieg des Emissionsvolumens von SPACs zum Jahresbeginn 2021

 
Quelle: Dealogic, Goldman Sachs Global Investment Research. Daten vom 26. Februar 2021. Nur für illustrative Zwecke.

Die Anforderungen an SPACs sind im Vergleich zu IPOs geringer und die Hürden zur Erfüllung der Börsenzulassungsanforderungen für Unternehmen ebenfalls niedriger, was SPACs zu einem beliebten Marktzugang für Unternehmen in einem früheren Stadium macht. Allerdings ergeben sich daraus durchaus Vorbehalte hinsichtlich der Eignung für Investoren auf dem öffentlichen Markt, sodass wir eine Verschärfung der Regulierung in diesem Bereich erwarten. Grundsätzlich handelt es sich um den richtigen Weg, um Unternehmen an den Markt zu bringen, wobei der Vorteil darin besteht, grosse Kursschwankungen am ersten Tag des Börsengangs zu vermeiden, da die Preisgestaltung in den Fusionsbedingungen festgelegt wird.

Was SPACs insbesondere im ersten Quartal des Jahres 2021 belastete, waren euphorische Kaufaufträge für börsengehandelte SPAC-Instrumente, wodurch deren Aktienkurse teilweise um ein Vielfaches anstiegen, obwohl sie noch keine konkreten Übernahmeziele aufweisen konnten. Allein die Ankündigung einer Fusion zwischen einem SPAC und einem Unternehmen aus dem Bereich der Elektromobilität führte beispielsweise zu einem Kursanstieg des betreffenden SPACs. SPACs werden in den USA zu USD 10 pro Aktie ausgegeben, wobei der tatsächliche Wert pro Aktie unter Berücksichtigung der Sponsorenabgabe tendenziell bei USD 8-8,5 liegt. Beim Börsengang entspricht dies dem gesamten materiellen Wert eines SPACs. Das Unternehmen mag ein hoch angesehenes Managementteam beschäftigen und in manchen Fällen prominente Investoren anlocken, dennoch liegt der reale Wert bei weniger als USD 10 pro Aktie.

Wir sind davon überzeugt, dass zahlreiche interessante de-SPAC-Deals mit attraktiven Investitionsmöglichkeiten zu erwarten sind. Allerdings erachten wir es als erfolgsentscheidend, bis zur Identifizierung und Bekanntgabe des Fusionskandidaten, möglicherweise bis zum Abschluss der Transaktion, zu warten. Zu diesem Zeitpunkt kauft ein Investor ein konkretes und mit traditionellen Kennzahlen bewertbares Unternehmensangebot. Tatsächlich könnten de-SPACs in den kommenden drei bis fünf Jahren durchaus neue Anlagemöglichkeiten für Anleger bieten, zumal das Fusionsumfeld mit seinen unzureichend untersuchten und bewerteten Unternehmen an die Kunst des Stockpickings der achtziger Jahre erinnert, als legendäre Investoren wie Peter Lynch und Warren Buffett versteckte Perlen mit enormen Renditen aufspürten.

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Mark Hawtin

Investment Director

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