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Marktkommentar von Larry Hatheway: chancen in den schwellenländern

28. Februar 2019

Larry Hatheway von GAM Investments erläutert seine neuesten Einschätzungen zu Multi-Asset-Anlagen und spricht darüber, was nach der kräftigen Rally an den globalen Aktienmärkten im Januar als Nächstes zu erwarten ist, wo er Chancen an den Märkten sieht und welche wesentlichen Auswirkungen dies auf die Asset-Allokation in nächster Zeit haben dürfte.

Nach den starken Kursanstiegen an den globalen Aktienmärkten in den ersten Wochen des Jahres 2019 erwarten wir, dass sich die Rally fortsetzen wird, sofern sich die USA und China bei den Handelsgesprächen einigen können. Die Märkte haben zwar weiterhin Luft nach oben, haben aber bereits einen grossen Teil des Bodens, den sie im 4. Quartal 2018 verloren hatten, wieder gutgemacht. Die grossen Indizes notieren wieder auf Niveaus wie zu Beginn des 4. Quartals und muten vor dem Hintergrund des mittlerweile schwächeren globalen Wachstums allmählich etwas angespannt an.

Die Märkte für festverzinsliche Wertpapiere haben die Stände aus der Zeit vor dem turbulenten 4. Quartal 2018 indes noch nicht wieder erreicht. Letzten Endes wird ihnen das unserer Meinung nach irgendwann gelingen, doch aktuell gehen die Anleger nicht davon aus, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinsen in diesem Jahr erneut anheben wird. Die Zuversicht kehrt jedoch an die Märkte und in die breite Wirtschaft zurück, sodass sich die Marktteilnehmer recht bald erneut mit der Frage beschäftigen müssen, ob die Fed die Zinsen nicht doch noch einmal erhöhen muss. Ich halte es für wahrscheinlich, dass die Anleihenrenditen im weiteren Jahresverlauf steigen werden, da die Fed möglicherweise ihre Aufgabe noch nicht ganz zu Ende gebracht hat.

Wenn man davon ausgeht, dass die Handels- und andere politische Risiken gering bleiben, bieten sich die grössten Anlagechancen in den Schwellenländern. Sie sind am stärksten vom weltweiten Handel abhängig, sodass sie überdurchschnittlich deutlich von einer Entspannung des Handelskonflikts profitieren würden. Darüber hinaus versucht China, die Binnenkonjunktur anzukurbeln. Normalerweise haben Impulse in China positive Auswirkungen auf die Schwellenländer. Weiterer Nutzniesser ist unter anderem Japan, das gerade eine tiefgreifende Verbesserung der Eigenkapitalrendite verzeichnet. Der japanische Aktienmarkt ist am Jahresanfang zwar zurückgeblieben, doch besitzt der Markt langfristiges Potenzial, und wir sind davon überzeugt, dass er wieder Tritt fassen wird.

Europa könnte ebenfalls überraschen, da es ausser Mode geraten ist, und unter Anlegern als unbeliebtester Markt rangiert. Aber genau deshalb besitzt Europa das Potenzial, nach oben zu überraschen. Die Wachstumsschwäche in Europa des vergangenen Jahres war zum Teil auf Sonderfaktoren zurückzuführen, die unserer Ansicht nach an Bedeutung verlieren dürften. Dazu zählen zum Beispiel die grundlegenden Veränderungen in der deutschen Automobilindustrie und im Transportsektor. Sobald die Wirkung dieser Faktoren schwächer wird, dürfte das Wirtschaftswachstum stärker als erwartet anziehen und zu höheren Gewinnerwartungen führen.

Trotz der allgemein guten Aussichten für risikoreiche Anlagen zu Beginn dieses Jahres müssen wir dennoch einräumen, dass die Turbulenzen zum Jahresende 2018 ein Vorbote dessen war, was noch kommen wird.

Wir sind in einer «Welt nach dem Erreichen neuer Höchststände» angekommen, in der sich das Wachstum verlangsamt und sich gleichzeitig das globale Gewinnwachstum abschwächt. Vor diesem Hintergrund zählen Risiken mehr als in Phasen, in denen sich alles verbesserte. Folglich dürften die Kapitalmärkte weiterhin sensibel auf politische Risiken reagieren.

Unter Berücksichtigung aller vorgenannten Aspekte könnten die risikobereinigten Erträge im vor uns liegenden Jahr erheblich niedriger ausfallen als wir es aus dem vergangenen Jahrzehnt gewohnt waren. Erhöhte Volatilität wird ein häufig zu beobachtendes Phänomen an den Märkte sein, und die Korrelationen werden zukünftig wahrscheinlich schwieriger vorhersagbar sein. Kurzum: Diversifikation wird an Bedeutung gewinnen.

Wie sollten Anleger diversifizieren? Wir sind davon überzeugt, dass ein moderates Engagement in globalen Aktien und Anleihen in Verbindung mit ausgeprägteren Allokationen in nicht-direktionale Strategien sowie Barmittel die elementaren Bausteine diversifizierter Portfolios sind.

Unserer Ansicht nach sollten diese Portfolios den Erschütterungen besser standhalten, zu denen es an den Kapitalmärkten in einer «Welt nach dem Erreichen neuer Höchststände» unweigerlich immer wieder kommen wird.


Wichtige rechtliche Hinweise
Die Angaben in diesem Dokument dienen lediglich zum Zwecke der Information und stellen keine Anlageberatung dar. Die in diesem Dokument enthaltenen Meinungen und Einschätzungen können sich ändern und geben die Ansicht von GAM unter den derzeitigen Konjunkturbedingungen wieder. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Die vergangene Performance ist kein Indikator für die laufende oder künftige Wertentwicklung.