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Marktkommentar von Larry Hatheway: Ein jahr mit bescheidenen erträge?

29. Januar 2019

Larry Hatheway von GAM Investments erläutert seine neuesten Einschätzungen zu Multi-Asset-Anlagen und spricht darüber, ob 2019 ein Jahr mit bescheidenen Erträge und höherer Volatilität werden könnte, wie wichtig nicht-direktionale Strategien wahrscheinlich sein werden und welche Risiken für sein Basisszenario bestehen.

Die Volatilität und die Marktrückschläge im 4. Quartal des letzten Jahres markieren nach unserer Einschätzung das Ende einer zehnjährigen Phase hoher Erträge an den globalen Märkten, welche überwiegend mit niedriger Volatilität einherging. Wir sind davon überzeugt, dass die Erträge zukünftig wahrscheinlich mässiger ausfallen werden und es häufiger zu Volatilitätsschüben kommen wird. Dies ist eine der wesentlichen Auswirkungen der «Welt nach dem Erreichen neuer Höchststände», in der das Wirtschafts- und Gewinnwachstum nachlässt und die politische Unsicherheit erhöht bleibt.

Aus Marktübertreibungen können jedoch auch taktische Anlagechancen entstehen. Nach unserer Einschätzung ist genau das zu Beginn des Jahres 2019 der Fall. Zur Jahreswende lagen die Marktbewertungen auf Niveaus, die einer rezessionsähnlichen Entwicklung in Westeuropa und den USA angemessen wären. Unserer Ansicht nach ist das aber nicht richtig. Wir erkennen weiterhin Faktoren, die das Wachstum unterstützen, zum Beispiel die Einkommen der privaten Haushalte, die infolge des Beschäftigungswachstums und der höheren realen Löhne steigen. Dementsprechend dürften die Erwartungen des Gewinnwachstums im 1. Halbjahr 2019 zu niedrig sein. Zudem sind wir davon überzeugt, dass die Anleihenbewertungen, die die Erwartung einer unveränderten Zinspolitik der US-Notenbank (Fed) für das gesamte Jahr 2019 widerspiegeln, wahrscheinlich unzutreffend ist – die Fed dürfte die Zinssätze nicht zum letzten Mal in diesem Zyklus angehoben haben. Daher bevorzugen wir Anfang 2019 leicht übergewichtete Positionen in globalen Aktien sowie Positionen in Anleihen mit kurzer Duration, da wir davon ausgehen, dass der extreme Anlegerpessimismus zu ausgeprägt ist und sich zum Besseren wenden wird.

Dennoch ist und bleibt die Portfoliozusammenstellung der entscheidende Punkt für den Erfolg im gesamten Jahr 2019. In einem Umfeld, das von mässigen Erträgen und Phasen erhöhter Volatilität gekennzeichnet ist, sollten sich Investoren auf die Minimierung von Verlustrisiken konzentrieren. Nach unserer Einschätzung erfordert dies wiederum bei der Zusammenstellung und Verwaltung von Portfolios sorgfältige Korrelations- und Volatilitätsanalysen. Wir sind davon überzeugt, dass nicht-direktionale Strategien wie Hedgefonds-, alternative Risikoprämien- und einige illiquide Strategien in den Portfolios eine grössere Rolle spielen sollten. Innerhalb von Multi-Asset-Portfolios sehen wir Chancen bei Target-Return- und alternativen Risikoprämien-Ansätzen. An den Aktienmärkten setzen wir auf Qualität, minimale Volatilität und japanische Märkte anstatt auf zyklische oder sog. «Value»-Titel. Bei den Anleihenstrategien geben wir spezialisierten Credit-Strategien mit kurzer Duration den Vorzug, unter anderem hypothekarisch besicherten Wertpapieren und versicherungsgebundenen Anleihen.

Was schliesslich die Risiken für unser Basisszenario betrifft, bereiten uns mögliche Verwerfungen durch den Handelskonflikt und politische Ereignisse, darunter ein «harter Brexit», nach wie vor die grössten Sorgen. Tatsächlich sind wir davon überzeugt, dass vor allem die politische Unsicherheit ein Störfaktor ist, der das globale Wachstum bereits im vergangenen Jahr gebremst hat.

Es wäre jedoch nachlässig von uns, wenn wir nicht auch eine potenzielle Risikoquelle im Sinne einer positiver Überraschung hervorheben würden, nämlich eine unerwartete (und willkommene) Beschleunigung der globalen Konjunktur. Obwohl dies kurzfristig unwahrscheinlich ist, sind wir jedoch davon überzeugt, dass das Wirtschaftswachstum anziehen könnte, sobald die Führungsebenen der Unternehmen über mehr Klarheit bezüglich des Zustands des globalen Handels und der Kapitalflüsse verfügen. Die grössten Nutzniesser wären unter anderem jene Märkte, die am stärksten vom Handel und den globalen Kapitalflüssen abhängig sind, nämlich die Aktien- und Credit-Märkte in den Schwellenländern und Europa.


Wichtige rechtliche Hinweise
Die Angaben in diesem Dokument dienen lediglich zum Zwecke der Information und stellen keine Anlageberatung dar. Die in diesem Dokument enthaltenen Meinungen und Einschätzungen können sich ändern und geben die Ansicht von GAM unter den derzeitigen Konjunkturbedingungen wieder. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Die vergangene Performance ist kein Indikator für die laufende oder künftige Wertentwicklung.
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