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Marktkommentar von Larry Hatheway: Risikomanagement der zentralbanken

27 Juni 2019

Larry Hatheway von GAM Investments, spricht über die Stabilität der Wirtschaftsaktivität, welche Massnahmen die US-Notenbank zukünftig ergreifen könnte und wie sich dies auf die Beurteilung der Vermögensallokation auswirkt.

Die Wirtschaftsaktivität dürfte auch im Jahr 2019 stabil bleiben, wenngleich sich die Zentralbanken dazu veranlasst sehen, die Geldpolitik zu lockern. Dies geschieht, um die Endnachfrage durch stetig steigende Unternehmens- und Haushaltseinkommen in zahlreichen Industrieländern zu stützen. Den Konsumausgaben, gewöhnlich einer der stabilen Wirtschaftsfaktoren, kommen vor allem das Beschäftigungswachstum und der stetige Anstieg der Reallöhne zugute. Es gibt auch einige Schwachpunkte, insbesondere im weltweiten Handel und im produzierenden Gewerbe, von denen behauptet werden könnte, dass sie in einer Rezession stecken. Eine Rezession in diesen Sektoren hebt jedoch nicht das allgemeine Wirtschaftsgeschehen auf, insbesondere in breit gestreuten Sektoren wie Konsum oder Dienstleistungen. Dementsprechend dürften die Volkswirtschaften der USA, Westeuropas und Japans in den kommenden Quartalen moderat wachsen – etwa im Bereich des Trendwachstums oder knapp darunter. Die Sorge um das globale Wachstum ist daher grösser, als vermutlich angebracht wäre. Die Zentralbanken, die um die Abwärtsrisiken und den Umstand wissen, dass die Inflation unter der Zielvorgabe liegt, sind dennoch bereit, die Geldpolitik in diesem Umfeld zu lockern.

Die US-Notenbank (Fed) hat signalisiert, dass sie – wie vom Markt erwartet und vom US-Präsident gefordert – willens sei, die Zinssätze zu senken. Gleichwohl trifft die Fed ihre Entscheidungen unabhängig von diesen beiden Faktoren. Obwohl sie sich der Marktpreise und des politischen Hintergrunds bewusst ist, zieht sie es dennoch vor, eine Politik auf Grundlage ihrer Risikobeurteilung zu verfolgen. Sie bevorzugt es, zwei potenzielle Risiken – Rezession und weiter sinkende Inflation – tendenziell zu entschärfen und nimmt in Kauf, dass eine Lockerung zum derzeitigen Zeitpunkt zu einer Konjunkturüberhitzung führen könnte. Die Fed dürfte die Zinssätze bei der nächsten Sitzung im Juli und ein weiteres Mal vor dem Jahresende senken. Insgesamt könnten sich die Zinssenkungen in diesem Jahr auf bis zu 75 Basispunkte belaufen. Damit verfolgt die Fed in ihrer Zentralbankpolitik einen Risikomanagementansatz.

Eine Zinslockerung durch die Fed und Andeutungen einer vergleichbaren Vorgehensweise von Mario Draghi bei der Juni-Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Sintra lassen weitere Gewinne bei Risikoanlagen erwarten. Obwohl die Kurse globaler Aktien weiter steigen dürften, könnten die Zuwächse jedoch aufgrund der hohen Bewertungen und des abnehmenden Gewinnwachstums moderat ausfallen. Eine inverse Zinsstrukturkurve in den USA und negative Zinsen in ganz Europa könnten das Kurspotenzial von Finanz- und Substanzwerten begrenzen. Wir sind daher überzeugt, dass in diesem Umfeld geringeres Rotationspotenzial besteht. Titel, die in jüngster Vergangenheit beständig an Wert gewinnen konnten, etwa erstklassige Aktien, solche mit minimaler Volatilität und IT-Werte, dürften unverändert gefragt sein. Aktien, die von einem schwächeren US-Dollar profitieren, könnten sich ebenfalls besser entwickeln, da bei einer Zinssenkung durch die Fed die Attraktivität von Zinserträgen in US-Dollar nachlässt. Der Rohstoff- und der Grundstoffsektor sowie die Schwellenländer entwickeln sich bei einer US-Dollar-Schwäche traditionell positiv.


Wichtige rechtliche Hinweise
Die Angaben in diesem Dokument dienen lediglich zum Zwecke der Information und stellen keine Anlageberatung dar. Die in diesem Dokument enthaltenen Meinungen und Einschätzungen können sich ändern und geben die Ansicht von GAM unter den derzeitigen Konjunkturbedingungen wieder. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Die vergangene Performance ist kein Indikator für die laufende oder künftige Wertentwicklung.
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