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Multi-Asset-Perspektive 1. Quartal:

Störgeräusche und Zwischentöne

Julian Howard, Chief Multi-Asset Investment Strategist bei GAM, skizziert seine aktuellen Multi-Asset-Ansichten.

2. April 2026

Rückblick

Im ersten Quartal 2026 verzeichneten globale Aktien, gemessen am MSCI AC World Index in Landeswährung, einen leichten Rückgang von -2,5 Prozent. In gewisser Weise war dieses Ergebnis angesichts der extremen geopolitischen Ereignisse im Berichtszeitraum aussergewöhnlich. Das Quartal begann mit einer Reihe von Herausforderungen, die durchaus zu bewältigen waren. Künstliche Intelligenz hatte den US‑Markt im Jahr 2025 stark nach oben getrieben, und Investoren reagierten in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 mit einer Sektorrotation weg von Technologie- und Kommunikationsaktien hin zu Bereichen wie Basiskonsumgütern (siehe Abbildung 1).

Die Neuausrichtung weg von den sogenannten „Magnificent Seven“ – Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta Platforms, Nvidia und Tesla – hin zu „langweiligeren“ Aktien mit vorhersehbaren Cashflows wie Coca‑Cola und Walmart war ermutigend. Dem S&P 500 gelang es tatsächlich, inmitten dieser Verschiebung einen Rückgang zu vermeiden, was darauf hindeutete, dass eine neue Marktführerschaft allein die Marktdynamik auch künftig aufrechterhalten könnte. Doch dann begannen die USA und Israel Ende Februar eine konzertierte Bombardierungskampagne gegen den Iran. Der Krieg nahm rasch asymmetrische Züge an: Während die USA und Israel eine konventionelle Militärkampagne mit Anklängen an den ersten Golfkrieg der 1990er‑Jahre verfolgten, reagierte der Iran mit kostengünstigeren, unkonventionellen Mitteln. Dazu gehörten Drohnen sowie Raketenangriffe auf die Öl‑Infrastruktur im gesamten Golfgebiet, einschliesslich der Schifffahrt in der bekannten Engstelle der Strasse von Hormus.

Am Ende des Quartals lagen die Öl‑Futures deutlich über der wichtigen Marke von 100 USD, und die US‑Benzinpreise standen bei 3,99 USD – trotz der Bemühungen der Trump‑Regierung, die Meerenge zu sichern und sogar Offshore‑Bohrungen unter Berufung auf den Defense Production Act wieder aufzunehmen1. Auf ihrer Sitzung vom 17. bis 18. März stellte die US‑Notenbank (Fed) fest, dass der Krieg mit dem Iran die Öl‑ und Benzinpreise in die Höhe treibe, Inflationsrisiken erhöhe und grosse Unsicherheit für die wirtschaftlichen Aussichten der USA schaffe, was den künftigen Kurs der Zinssätze erschweren könnte.

Ironischerweise erwies sich der S&P 500 seit Beginn des Krieges als der stärkste Performer unter den grossen Aktienmärkten, da Investoren relative Sicherheit suchten. Auch der USD legte aus ähnlichen Gründen zu, verstärkt durch die Tatsache, dass Öl in US‑Dollar gehandelt wird und eine höhere Nachfrage verzeichnete. Für Anleger mit Bezug zum GBP erhöhte das entsprechend schwächere Pfund die Renditen aus ausländischen Anlagen und glich einen Teil der Marktvolatilität aus.

Abbildung 1: Weitere Sektoren sind verfügbar – S&P 500 Information Technology tritt im 1. Quartal in den Hintergrund

S&P 500‑Sektorperformance, seit Jahresbeginn (YTD) bis 31. März 2026

 
Quelle: Bloomberg, Stand: 31. März 2026.

Abbildung 2: Die Entwicklung der Aktienmärkte – sie war nie linear

Jährliche Renditen des MSCI AC World Index vom 31. Dezember 1987 (Auflegung) bis 31. März 2026

 
Quelle: Bloomberg, Stand: 31. März 2026.

Ausblick

Es ist zwangsläufig schwierig, einen aussagekräftigen Ausblick zu geben, wenn die Weltwirtschaft, die Märkte und die geopolitische Lage an einem so deutlichen Scheideweg angelangt sind. Eine Fortsetzung des aktuellen Konflikts mit einer Eskalation in Form gezielter Angriffe beider Seiten auf Energie‑ und andere zivile Infrastrukturen (einschliesslich der Wasserversorgung) würde den Inflationsdruck wahrscheinlich weiter verstärken und die weltweiten Wachstumsaussichten ernsthaft beeinträchtigen. Der im April erscheinende Weltwirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF) dürfte die umfassendste Einschätzung der bisherigen Schäden und der möglichen künftigen Auswirkungen liefern.

Bis dieser Bericht vorliegt, ist es schwer vorstellbar, wie selbst relativ gut abgesicherte US‑Verbraucher vom globalen Einkommensschock verschont bleiben könnten, der aus einer Verschärfung des Konflikts resultieren würde. Doch genau hier liegt ein möglicher Weg zu einem optimistischeren Ausgang. Die Verbraucher in den USA wurden bereits durch einen teilweisen Regierungsstillstand erheblich beeinträchtigt, der unter anderem zu massiven Warteschlangen an Flughäfen führte, bis verspätet zusätzliche Mittel bereitgestellt wurden. Teures Benzin dürfte das wachsende Gefühl der Frustration weiter verstärken – ein Thema, für das die aktuelle Regierung besonders sensibel ist, nachdem sie im Wahlkampf 2024 die Inflation erfolgreich als Schwäche der Biden‑Ära herausgestellt hat.

Aus diesem Grund dürfte sich Präsident Trumps Vorstellung von einem „Ausstieg“ deutlich von der vieler Analysten unterscheiden, die glauben, dass nur ein vollständiger konventioneller militärischer Sieg jetzt noch gesichtswahrend wäre. Stattdessen könnte das Ende in Form einer schlichten nächtlichen Erklärung kommen, dass die „Mission erfüllt“ sei, da dem Iran vorerst ausreichend Schaden zugefügt worden sei – ähnlich wie beim abrupten Ende der Bombardierungskampagne gegen die Nuklearanlagen des Regimes im vergangenen Sommer.

In einem solchen Fall könnte es unserer Ansicht nach relativ rasch zu einer Erleichterung für die Märkte kommen: Der Ölpreis würde sich wieder beruhigen, Aktien könnten wieder Tritt fassen und sich erneut auf nüchternere Themen wie Unternehmensgewinne und Bewertungen konzentrieren. Wir werden bald erfahren, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln. Ein gut vorbereitetes Multi‑Asset‑Portfolio befindet sich jedoch in der privilegierten Lage, sich auf keines der beiden Szenarien vorbereiten zu müssen, da es definitionsgemäss für viele solcher Dramen über seinen Anlagehorizont hinweg konzipiert sein sollte.



Julian Howard ist Chief Multi‑Asset Investment Strategist bei GAM Investments. Dieser Artikel gibt die Ansichten des Multi‑Asset‑Teams von GAM wieder.

Julian Howard

Chief Multi-Asset Investment Strategist
Meine Insights

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1Der Defense Production Act (DPA) von 1950 ist ein US‑Gesetz, das es dem Präsidenten ermöglicht, die Privatwirtschaft anzuweisen, Regierungsaufträge vorrangig zu behandeln und die Produktion von kritischen Materialien für die Landesverteidigung und Notfälle auszuweiten.


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Der MSCI AC World Index ist ein Aktienindex, der Large- und Mid‑Cap‑Unternehmen aus 23 Industrieländern (DM) und 24 Schwellenländern (EM) abdeckt. Mit 2.921 Komponenten deckt der Index etwa 85 % des globalen investierbaren Aktienuniversums ab.

Der S&P 500 Index ist ein Aktienindex, der die Wertentwicklung von etwa 500 der grössten börsennotierten Unternehmen in den USA abbildet.

Verweise auf Indizes und Benchmarks sind hypothetische Darstellungen von Gesamtrenditen und spiegeln nicht die Wertentwicklung einer tatsächlichen Anlage wider. Anleger können nicht in Indizes investieren, da diese weder Verwaltungsgebühren, Transaktionskosten noch sonstige mit einer Anlagestrategie verbundene Aufwendungen berücksichtigen. Vergleiche mit Indizes sind daher nur eingeschränkt aussagekräftig. Es kann nicht garantiert werden, dass ein Portfolio die Wertentwicklung eines bestimmten Index oder einer Benchmark erreicht oder übertrifft.

Dieser Artikel enthält zukunftsgerichtete Aussagen zu den Zielen, Chancen und der zukünftigen Entwicklung der Aktienmärkte im Allgemeinen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind unter anderem an Begriffen wie „glauben“, „erwarten“, „voraussehen“, „sollte“, „geplant“, „ “, „geschätzt“, „potenziell“ und ähnlichen Begriffen zu erkennen. Beispiele für zukunftsgerichtete Aussagen sind unter anderem Schätzungen hinsichtlich der Finanzlage, der Geschäftsergebnisse sowie des Erfolgs oder Misserfolgs einer bestimmten Anlagestrategie. All dies unterliegt verschiedenen Faktoren, einschliesslich, aber nicht beschränkt auf allgemeine und lokale wirtschaftliche Bedingungen, sich ändernde Wettbewerbsbedingungen in bestimmten Branchen und Märkten, Zinsänderungen, Änderungen der Gesetzgebung oder Regulierung sowie andere wirtschaftliche, wettbewerbsbezogene, staatliche, regulatorische und technologische Faktoren, die sich auf die Geschäftstätigkeit eines Portfolios auswirken und dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den prognostizierten Ergebnissen abweichen. Solche Aussagen sind zukunftsgerichtet und beinhalten eine Reihe bekannter und unbekannter Risiken, Ungewissheiten und anderer Faktoren; dementsprechend können die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von den in solchen zukunftsgerichteten Aussagen dargestellten oder in Betracht gezogenen Ergebnissen abweichen. Potenzielle Anleger werden darauf hingewiesen, sich nicht übermässig auf zukunftsgerichtete Aussagen oder Beispiele zu verlassen. Weder GAM noch eines seiner verbundenen Unternehmen oder Auftraggeber noch irgendeine andere Person oder Einrichtung übernimmt die Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen aufgrund neuer Informationen, späterer Ereignisse oder sonstiger Umstände zu aktualisieren. Alle hierin enthaltenen Aussagen gelten nur zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung.

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