EM-Technologie
Rücksetzer zu Beginn des Sommers verdeckt die sich verbessernden Fundamentaldaten
Rücksetzer zu Beginn des Sommers verdeckt die sich verbessernden Fundamentaldaten
26. August 2026
Zu Beginn des dritten Quartals 2026 kam es nach den aussergewöhnlich starken Kursgewinnen in der ersten Jahreshälfte zu einer deutlichen Korrektur bei Technologiewerten. Im Juli verlor der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) 21 %, während der MSCI Korea Information Technology Index um 27 % nachgab.1 Da die beiden grossen Speicherchiphersteller SK Hynix und Samsung Electronics rund 95 % des koreanischen Informationstechnologie-Indexes ausmachen, fiel der Ausverkauf dort besonders stark aus. Der Index verlor zwischen seinem Höchststand vom 19. Juni und seinem Tiefpunkt am 30. Juli insgesamt 49 %. Der MSCI Taiwan Information Technology Index gab um 14 % nach. Auf Indexebene unterschätzt dieser Rückgang jedoch die Schwäche vieler Einzeltitel, da die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) mit einer Gewichtung von 64 % und einer vergleichsweise niedrigen Volatilität einen dominierenden Einfluss auf die Indexentwicklung hat.2
Abbildung 1: MSCI EM Information Technology Index
Mehrere Faktoren trugen zu diesem Rücksetzer bei, auch wenn eine gewisse Korrektur angesichts der aussergewöhnlich starken Kursrallye im Vorjahr keine grosse Überraschung gewesen sein sollte. Selbst nach den Kursverlusten im Juli blieben die Renditen seit Jahresbeginn Ende des Monats aussergewöhnlich hoch: Der SOX verzeichnete ein Plus von 60 %, der MSCI Korea Information Technology Index legte um 63 % zu und der MSCI Taiwan Information Technology Index stieg um 61 %.3
Wir betrachten die jüngste Schwäche als gesunde Konsolidierung und nicht als Hinweis auf eine Verschlechterung der Aussichten.
Positionierung, Leverage und Finanzierungsbedenken verstärkten den Rücksetzer
Ein wesentlicher Auslöser der Korrektur waren wahrscheinlich Positionsreduktionen grosser strategischer Investoren zum Quartalsende, als Portfolios wieder an Zielgewichtungen und Risikolimiten angepasst wurden. Angesichts der starken Kursgewinne seit Jahresbeginn dürften diese Umschichtungen erheblichen Verkaufsdruck ausgelöst haben.
Die hohe Beteiligung von Privatinvestoren sowie der verstärkte Einsatz von Leverage erhöhten die Volatilität zusätzlich, wobei Margin Calls den anfänglichen Ausverkauf weiter verschärften. Besonders deutlich zeigte sich dies in Korea, wo sowohl gehebelte ETFs auf Einzeltitel als auch auf Indizes starke Mittelzuflüsse verzeichneten.
Während die hohe Beteiligung von Privatinvestoren und die Nutzung gehebelter Produkte in der gesamten Region zu beobachten waren, stand insbesondere Korea im Fokus. Nach der Lancierung mehrerer gehebelter ETFs auf Einzeltitel am 27. Mai 2026, von denen einige eine bis zu zehnfache Hebelwirkung boten, nahm das Anlegerinteresse deutlich zu. Laut einem Marktbericht von Bloomberg flossen diesen Produkten innerhalb von zwei Monaten rund 9 Milliarden US-Dollar zu. Auf dem Höhepunkt der Marktvolatilität im Juni entfielen rund 70 % des gesamten täglichen Handelsvolumens an der Börse von Seoul auf SK Hynix, Samsung Electronics sowie die entsprechenden gehebelten ETFs.
Weitere Bedenken betrafen die möglichen Auswirkungen umfangreicher Kapitalaufnahmen durch bestehende Unternehmen sowie bevorstehende Börsengänge (Initial Public Offerings, IPOs). Für die zweite Jahreshälfte 2026 werden mehrere prominente Börsengänge erwartet, darunter möglicherweise OpenAI und Anthropic4. Beide Unternehmen haben kürzlich Finanzierungsrunden am privaten Markt in Höhe von rund 122 Milliarden US-Dollar5 beziehungsweise 65 Milliarden US-Dollar6 abgeschlossen. Dies verdeutlicht den erheblichen Kapitalbedarf führender KI-Entwickler.
Die umfangreiche Pipeline potenzieller Börsengänge und Sekundärplatzierungen wirft die Frage auf, ob die Aktienmärkte weiterhin ein hohes Emissionsvolumen aufnehmen können, ohne dass dies die Bewertungen belastet.
In ihrem Bericht vom 4. August 2026 meldete die SIFMA (Securities Industry and Financial Markets Association), dass das Emissionsvolumen am US-Aktienmarkt bis Ende Juli seit Jahresbeginn 302 Milliarden US-Dollar erreicht hatte. Dies entspricht einem Anstieg von 114 % gegenüber dem Vorjahr.7 Hochgerechnet auf das Gesamtjahr würde dies einem US-Aktienemissionsvolumen von etwa 550 bis 650 Milliarden US-Dollar entsprechen.
Ein mittlerer Schätzwert von 600 Milliarden US-Dollar entspräche rund 1,85 % des nominalen US-BIP und läge damit zwar im oberen Bereich historischer Bandbreiten von 2,0 bis 2,2 % des BIP. Bezogen auf die gesamte US-Marktkapitalisierung entspricht dies jedoch lediglich rund 0,8 %, deutlich unter den Spitzenwerten von 1,6 bis 1,8 % im Jahr 2021. Die derzeitigen Werte sind erhöht, erscheinen aber aus heutiger Sicht nicht besorgniserregend.
Auch die Kreditaufnahme der Hyperscaler hat zugenommen. JP Morgan erhöhte ihre Prognose für die Emission von Unternehmensanleihen im US-amerikanischen TMT-Sektor (Technologie, Medien und Telekommunikation) für 2026 von 450 Milliarden auf 540 Milliarden US-Dollar, hauptsächlich aufgrund steigender Investitionen in Künstliche Intelligenz.
Wird die Entwicklung von Januar bis Juli auf das Gesamtjahr hochgerechnet, ergibt sich ein geschätztes Gesamtvolumen an US-Unternehmensanleihen von rund 2,9 Billionen US-Dollar. KI-bezogene Finanzierungen stellen dabei lediglich einen Teil des gesamten Emissionsvolumens dar. Gleichzeitig deuten die Entwicklung der Kreditspreads sowie die Niveaus der Credit Default Swaps (CDS) darauf hin, dass der Markt dieses zusätzliche Angebot bislang gut absorbiert.
Trotz der gestiegenen Emissionen von Aktien und Anleihen zur Finanzierung von KI-bezogenen Investitionen liegen die Credit-Default-Swap-(CDS)-Spreads für US-Unternehmen mit Investment-Grade-Rating weiterhin nahe ihren historischen Tiefstständen. Dies deutet darauf hin, dass die Kreditmärkte den zusätzlichen Finanzierungsbedarf bislang ohne Anzeichen nennenswerter Spannungen absorbieren können.
Abbildung 2: US-CDS-Spreads im Investment-Grade-Segment bleiben nahe ihren historischen Tiefstständen
Das Aufkommen kostengünstigerer KI-Modelle der nächsten Generation sowie sinkende Token-Preise bei proprietären KI-Modellen haben ebenfalls zu Phasen erhöhter Volatilität beigetragen. Wir halten diese Bedenken jedoch weitgehend für überzogen. Niedrigere Kosten könnten die Einführung von KI letztlich beschleunigen, das Spektrum kommerzieller Anwendungen erweitern und das langfristige Nachfragewachstum im gesamten KI-Ökosystem unterstützen.
Auch wenn diese Faktoren kurzfristig für Volatilität sorgten, deuten die Entwicklungen innerhalb des KI-Ökosystems während des Sommers darauf hin, dass sich die zugrunde liegenden Fundamentaldaten weiter verbessert haben.
Die Nachfrage der Hyperscaler stärkt das Vertrauen entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette
Zwar gibt es weiterhin Risiken, die beobachtet werden müssen. Die Entwicklungen in der Branche während des Sommers, insbesondere die Ergebnisse des zweiten Quartals der führenden Technologieunternehmen sowie der Cloud Service Provider (CSPs) beziehungsweise Hyperscaler, fielen jedoch ausgesprochen ermutigend aus.
Das Management von TSMC äusserte sich zunehmend zuversichtlich hinsichtlich der KI-Nachfrage und schlug einen noch optimistischeren Ton an als im Vorquartal. Auf Basis der Rollout-Pläne von Kunden und Endkunden sowie der Weiterentwicklung der Produkt-Roadmaps zeigt sich das Unternehmen zunehmend überzeugt von der aktuellen und künftigen Nachhaltigkeit der Nachfrage. Die Visibilität reicht mittlerweile bis in die Jahre 2029 und 2030. Die anhaltend starke Auftragslage führte zu einer weiteren Anhebung der Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf mehr als 40 % Wachstum. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen seine Investitionsausgaben (CapEx), um die sich bietenden Marktchancen zu nutzen.
Im Bereich Speicherchips gab Samsung Electronics eine positive Einschätzung zur Angebots- und Nachfragesituation bis Ende 2028 ab und wurde konkreter hinsichtlich des Branchentrends zu langfristigen Lieferverträgen. Jaejune Kim, Executive Vice President des Speichergeschäfts, erklärte: „Die Angebotsengpässe im Speichermarkt dürften 2027 sogar noch ausgeprägter sein als 2026, was unsere Einschätzung bestätigt, dass die Knappheit bis 2028 anhalten wird.“
„Sobald die derzeit noch ausstehenden Verträge abgeschlossen sind, gehen wir davon aus, dass DRAM-8 und NAND-9 Liefermengen im Rahmen mehrjähriger Liefervereinbarungen auf Basis unserer aktuellen mittel- bis langfristigen Produktionsplanung problemlos 60 % bis 70 % unserer geplanten Kapazitäten ausmachen werden.“10
Das Management von SK Hynix äusserte sich weniger konkret zu den zeitlichen Perspektiven, zeigte sich jedoch ebenfalls positiv bezüglich eines verlängerten Nachfragezyklus bei technologisch führenden Produkten: „Mit der steigenden Nachfrage nach High-Performance-Computing erwartet das Unternehmen, dass die Nachfrage nach Premiumprodukten wie HBM (High Bandwidth Memory), Server-DRAM und hochkapazitiven Enterprise-SSDs über einen längeren Zeitraum weiter wachsen wird.“11
Das zunehmende Vertrauen in die asiatische Technologie-Hardware-Lieferkette wurde zusätzlich durch die starke Nachfrageentwicklung bei den US-Hyperscalern beziehungsweise CSPs gestützt, darunter Alphabet (Google), Amazon, Microsoft und Meta.
Alle vier Unternehmen meldeten im zweiten Quartal 2026 eine Beschleunigung ihres Cloud-Wachstums. Google Cloud, Microsoft Azure und Amazon Web Services (AWS) steigerten ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 82 %, 43 % beziehungsweise 37 % und übertrafen damit die Konsensschätzungen deutlich.12
Darüber hinaus legten die Cloud-Auftragsbestände im zweiten Quartal 2026 stark zu und lieferten zusätzliche Hinweise auf die robuste Nachfrage. Amazon ist hierfür ein gutes Beispiel: Die Aktie stieg am ersten Handelstag nach Veröffentlichung der Ergebnisse um 15 %.13 Gleichzeitig erhöhte sich der AWS-Auftragsbestand gegenüber dem Vorquartal um 36 %.14
Zwar könnte man bei diesen Unternehmen grundsätzlich von einer positiven Selbsteinschätzung ausgehen. Dennoch fielen die Aussagen zur Nachfrage nach High-Performance-Computing und KI aussergewöhnlich optimistisch aus. Matt Garman, CEO von Amazon Web Services, bezeichnete die Nachfrage nach KI-bezogenen Dienstleistungen als „schlicht enorm“ und ergänzte: „Wir sehen, dass zahlreiche Unternehmen grosse Trainingscluster nutzen. Doch je populärer und leistungsfähiger diese Modelle werden, desto mehr Unternehmen integrieren deren Inferenzfähigkeiten in ihre eigenen Anwendungen und Arbeitsabläufe.“15
Abbildung 3: Zunehmende KI-Nutzung in US-Unternehmen
Die starken Prognosen für das Kalenderjahr 2026 sowie die zunehmend positiven Signale für das Kalenderjahr 2027 veranlassten drei der vier grossen US-Hyperscaler, ihre Erwartungen für die Investitionsausgaben (CapEx) im Jahr 2026 anzuheben und zugleich ihre Prognosen für 2027 nach oben anzupassen.
Die Konsensschätzungen für Cloud-Investitionen nähern sich inzwischen der Marke von 1,2 Billionen US-Dollar. Dies entspricht einem Wachstum von rund 30 % gegenüber dem Vorjahr und liegt laut JP Morgan etwa 170 Milliarden US-Dollar über den Erwartungen der vorangegangenen Berichtssaison.
Abbildung 4: Investitionsausgaben (CapEx) der Hyperscaler
Trotz der höheren Investitionspläne äusserten sich die Managementteams zuversichtlicher hinsichtlich der Kapitalrenditen in den Jahren 2026 und 2027. Unterstützt wird diese Einschätzung durch steigende Auftragsbestände, mehrjährige Kundenverträge, eine höhere Preissetzungsmacht sowie Effizienzgewinne. AWS (Amazon Web Services), Azure (Microsofts Cloud-Plattform) und Google Cloud sehen weiterhin erhebliches Wachstumspotenzial, da sich die Einführung von KI-Anwendungen in Unternehmen noch in einem frühen Stadium befindet und die Migration in die Cloud weiter voranschreitet.
Bemerkenswert ist, dass die Unternehmensführungen wiederholt auf bestehende Kapazitätsengpässe verwiesen. Die Nachfrage sowohl von externen Cloud-Kunden als auch aus internen KI-Anwendungen übersteigt derzeit die verfügbaren Kapazitäten. Aus unserer Sicht deutet dies darauf hin, dass sich die Branche weiterhin in einer frühen Phase des breiteren Ausbaus der KI-Infrastruktur befindet und noch nicht den Höhepunkt eines typischen Technologiezyklus erreicht hat.
Ein Beispiel hierfür lieferte Alphabet-CEO Sundar Pichai, der im Rahmen der Ergebnispräsentation erklärte: „Wir verfolgen bei unseren Investitionen einen disziplinierten ROIC-Ansatz (Return on Invested Capital).“ und „Wir sehen starke Nachfragesignale, darunter langfristige Verträge sowie bestehende Vereinbarungen, die zu aussergewöhnlich hoher Nachfrage verlängert werden. Auf dieser Grundlage planen wir unsere Investitionen und richten unsere Kapazitäten entsprechend aus.“
Bewertungen werden zunehmend attraktiver
Die Kombination aus starken Unternehmensgewinnen, Aufwärtsrevisionen bei den Gewinnerwartungen und dem jüngsten Kursrückgang hat dazu geführt, dass die Bewertungen auf Gewinnbasis wieder auf oder unter das Niveau der vergangenen 25 Jahre gefallen sind, während die Eigenkapitalrenditen deutlich gestiegen sind.16 Auch wenn die Indexbewertungen stark von den hohen Gewichtungen von SK Hynix und Samsung Electronics beeinflusst werden, hat die jüngste Korrektur zahlreiche Unternehmen mit verbesserten Gewinnaussichten wieder auf attraktivere Bewertungsniveaus zurückgeführt.
Abbildung 5: Bewertungen von Schwellenländer-Technologiewerten nahe Mehrjahrzehnt-Tiefstständen
MSCI Emerging Markets Information Technology Index: Erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward P/E) und Eigenkapitalrendite (Return on Equity)
Bevorzugte Anlagechancen entlang der KI-Wertschöpfungskette
Unsere bevorzugten Anlagechancen sehen wir weiterhin in den vorgelagerten Bereichen der KI-Wertschöpfungskette, insbesondere in den Segmenten Auftragsfertigung (Foundry), Advanced Packaging, IC-Design (Integrated Circuits) und Speichertechnologie. Hier sind aus unserer Sicht oligopolistische Marktstrukturen, Angebotsengpässe, eine disziplinierte Investitionspolitik sowie attraktive Bewertungen am deutlichsten ausgeprägt.
Zu unseren überzeugendsten Anlageideen zählen weiterhin die führenden asiatischen Speicherhersteller Samsung Electronics und SK Hynix. Dank ihres starken Fokus auf DRAM und HBM (High Bandwidth Memory) sind beide Unternehmen gut positioniert, um vom anhaltenden Wachstum der KI-Nachfrage zu profitieren. Neben der oligopolistischen Marktstruktur sprechen die disziplinierte Steuerung der Investitionsausgaben, die starke Generierung freier Cashflows und attraktive Bewertungsniveaus für beide Unternehmen. Darüber hinaus legen Samsung Electronics und SK Hynix zunehmend Wert auf die Ausschüttung an Aktionäre, wobei die aktuellen Prognosen auf ein attraktives Renditepotenzial hindeuten.
Die Speicherarchitektur ist zu einem entscheidenden Enabler für den Einsatz von KI geworden. KI-Anwendungen stellen deutlich höhere Anforderungen an die Speicherkapazität und -leistung als traditionelle Computing-Workloads, was die Nachfrage nach fortschrittlichen Speicherlösungen vorantreibt. Ein anschauliches Beispiel: KI-Server benötigen acht- bis fünfzehnmal mehr Speicherkapazität als herkömmliche Server.
Obwohl HBM derzeit der wichtigste Wachstumstreiber ist, bleiben auch die grundlegenden Marktdynamiken im breiteren Speichermarkt unterstützend. Wie die nachfolgende Grafik zeigt, weisen die Spotpreise für DDR5-Speicher17, einen der von uns beobachteten Frühindikatoren für den DRAM-Markt, weiterhin eine robuste Entwicklung auf. Dies stützt unsere Einschätzung, dass die Angebots- und Nachfragebedingungen im Speichermarkt insgesamt günstig bleiben. Laut UBS dürften die angespannten Angebots- und Nachfrageverhältnisse voraussichtlich bis zum zweiten Quartal 2028 anhalten.
Abbildung 6: DDR5-Spotpreise: Aufwärtsdynamik deutet auf ein angespanntes Marktumfeld hin
Gemäss den Prognosen von UBS dürfte SK Hynix zwischen 2026 und 2028 einen kumulierten freien Cashflow generieren, der rund 68 % seiner aktuellen Marktkapitalisierung entspricht.18 Für Samsung Electronics wird im gleichen Zeitraum ein Wert von rund 75 % erwartet. In Kombination mit einer höheren Visibilität hinsichtlich der Kapitalrückführung an Aktionäre und der zunehmenden Nutzung langfristiger Lieferverträge, einschliesslich Vereinbarungen mit Laufzeiten von bis zu fünf Jahren, ergibt sich daraus potenziell ein attraktives Renditeprofil für Aktionäre.
Samsung Electronics hat im Rahmen der Ergebnisse für das zweite Quartal seine Aktionärsrenditepolitik präzisiert. Schätzungen von Mirae Securities zufolge könnte dies im Jahr 2026 zu einer Dividendenrendite von 6,8 % bis 9,5 % für Stammaktien und von 9,1 % bis 12,7 % für Vorzugsaktien führen.
Auch SK Hynix hat seine Kapitalrückführungspolitik kürzlich konkretisiert und ausgeweitet. Zusätzlich zu einem Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 40 Billionen KRW, das in den kommenden drei Monaten umgesetzt werden soll, kündigte das Unternehmen an, im aktuellen Politikzeitraum 2025 bis 2027 mehr als 50 % des kumulierten freien Cashflows über Aktienrückkäufe und Dividenden an die Aktionäre zurückzuführen. Weitere Details sollen im Zusammenhang mit den Ergebnissen des dritten Quartals 2026 bekannt gegeben werden.
Die Investment-Story bleibt überzeugend
Wie bereits in unserer früheren Technologiestudie How Asia Is Powering the AI Era hervorgehoben, bleiben wir von den langfristigen Anlagechancen im Technologiesektor überzeugt.
Trotz des jüngsten Rücksetzers sprechen die verbesserte Visibilität der KI-Nachfrage, die beschleunigten Investitionen der Hyperscaler sowie die anhaltend angespannten Angebotsbedingungen weiterhin für ausgewählte Bereiche der KI-Wertschöpfungskette. In Verbindung mit den inzwischen deutlich attraktiveren Bewertungen stützen diese Entwicklungen unsere weiterhin positive Einschätzung des Sektors.
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